Was ist das eigentlich, Agility?

Stellt Euch vor, Ihr durchlauft mit Eurem Hund einen Zick-Zack-Parcours. Der Hund ist ohne Halsband und Leine, läuft durch einen Tunnel, balanciert über einen Laufsteg, springt über die unterschiedlichsten Hindernisse, klettert eine Wand hoch und wieder runter — und dabei nur durch Eure Körperbewegung und Eure Stimme geleitet. In Deutschland wird Agility seit 1992 vom Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH) ausgetragen.

Agility macht fast allen Hunden Spaß. Wer einmal zugesehen hat, mit welcher Freude ein Hund durch den Parcours läuft und je nach Temperament laut bellend oder auch still konzentriert die verschiedenen Hindernisse überwindet und am Ende des Laufes — wie nach einer erfolgreichen Jagd — seinen Anteil an der Beute in Form einer Belohnung oder seines Spielzeuges erhält, der wird meiner Einschätzung zustimmen, dass Agility eine der artgerechtesten Sportarten für den Hund ist.

Hund und Hundeführer bilden jeweils ein Team, das gemeinsam den Parcours innerhalb einer festgesetzten Mindestzeit durchlaufen muss. Agility eignet sich nahezu für jeden Hund und jeden Hundeführer.

Um ein wenig die Chancengleichheit zu wahren, werden Hunde in drei Klassen eingeteilt: Small, Midi und Large, also kleine, mittlere und große Hunde. Der Beagle startet in der Gruppe M –35 bis 43 cm. Dann gibt es noch vier Leistungsklassen, die von A0 (offene Anfängerklasse) bis A3 (»Könner«) gehen. Um in die jeweils höhere Klasse zu gelangen, muss ein Team in seiner Klasse bestimmte Erfolge vorweisen können. So muss man, um von A1 nach A2 aufzusteigen, mindestens dreimal auf regulären Wettkämpfen den Parcours mit maximal fünf Fehlerpunkten durchlaufen haben und von mindestens zwei unterschiedlichen Richtern bewertet worden sein. Für den Aufstieg nach A3, der »Klasse der Könner« gelten noch schwerere Regeln. A0 dagegen ist eine offene Klasse, hier kann jeder antreten, der die Mindestvoraussetzung (der Hund ist mehr als 15 Monate alt und das Team hat eine Begleithundeprüfung (BH oder BH-A) erfolgreich abgelegt) erfüllt.

Wie sieht nun so ein Agility-Parcours aus? Erst einmal gibt es die Sprünge über Hürden, Buschhürden, Weitsprung und Viadukt, dann die Kontaktzonengeräte und schließich noch Tunnel, Slalom und Tisch. Der Parcours wird vor jedem Wettkampf nach Maßgabe des Richters (der ihn sich auch ausgedacht) aufgebaut und sieht jedesmal anders aus. Kurz vor dem Wettkampf dürfen die Hundeführer (ohne Hund!) auf den Parcours und sich überlegen, wie sie ihren Hund über die Hindernisse leiten.

Sprünge

Die Würze eines Parcours sind die Hürden, von denen es auch immer mindestens sieben in einem Parcours gibt. Sie sind mal so aufgebaut, dass der Hund in gerader Linie darüber springen kann und Geschwindigkeit gewinnt, mal so, dass an ihnen ein Richtungswechsel erfolgt oder auch so, dass der Hund sie wellenförmig überspringen muss. Standardhürde ist die Stangenhürde, daneben gibt es auch noch eine Buschhürde, bei der der Hund nicht hinter das Hindernis gucken kann, den Reifen, der durchsprungen werden muss, den Weitsprung und — selten eingesetzt — das Viadukt.

Kontaktzonengeräte

Kontaktzonengeräte sind die A-Wand, die der Hund hoch- und wieder herunterklettert, der Laufsteg, der balancierend vom Hund bewältigt wird und die Wippe. Alle diese Geräte besitzen am Anfang und am Ende einer andersfarbig markierte Zone, die der Hund mindestens mit einer Pfote berührt haben muß. Sonst hagelt es Strafpunkte oder gar eine Disqualifikation.

Tunnel, Slalom, Tisch

Tunnel werden von fast allen Hunden geliebt. Sie sind daher eine große Versuchung für den Hund, wenn hinter einem Hindernis ein Tunneleingang neben einer weiteren Hürde auftaucht. Fast alle Hunde wollen dann in den Tunnel, obwohl die Hürde verlangt ist. Hier ist oft der ganze Körper- und Stimmeinsatz des Hundeführers erforderlich, um doch noch zu erreichen, dass der Hund das andere Hindernis zuerst nimmt. Neben dem (festen) Röhrentunnel gibt es noch den Stofftunnel, dessen Ausgang aus einer losen Stoffbahn besteht. Der Slalom besteht aus acht, zehn oder zwölf Stangen, die der Hund in einer bestimmten Richtung durchlaufen sollte (die linke Hundeschulte »berührt« immer die erste Stange). Das fehlerfreie Durchlaufen des Slaloms ist eine große Herausforderung an die Lernfähigkeit des Hundes — hat er dies aber einmal begriffen, »tänzeln« viele Hunde begeistert hindurch.

Der Tisch wird heute nur noch selten eingesetzt, er eignet sich aber gut, um Ruhe in ein Team zu bringen oder einen Richtungswechsel vorzubereiten. Der Hund muss fünf Sekunden auf dem Tisch verharren und darf dann erst seinen Parcourslauf fortsetzen.

Neben diesem klassischen Agility-Parcours ist in den letzten Jahren das »Jumping« fester Bestandteil eines Agility-Turnieres geworden. Jumping ist ein Agility-Lauf ohne Kontaktzonengeräte und daher sehr schnell und eine Herausforderung an die Geschwindigkeit des Hundes und die Reaktionsfähigkeit des Hundeführers.

Doch egal ob klassisches Agility oder Jumping, für beides gilt: All die verschiedenen Hindernisse müssen möglichst schnell und möglichst fehlerfrei übersprungen, überklettert oder durchlaufen werden. Das ist — gerade für Anfänger — nicht immer einfach, aber es macht Hund und Hundeführer einen mordsmäßigen Spaß.

Montag, 25. September 2017

bcd
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